Interner Wissens-Assistent

In jedem Betrieb gibt es zwei Leute, die alles wissen — und alle anderen fragen sie. Dieses Projekt beantwortet dieselben Fragen aus den Unterlagen, mit Quellenangabe.

Konzeptstudie

Eigenprojekt, kein Kundenauftrag — das System entsteht gerade. Entwickelt und getestet wird mit öffentlich verfügbarer Dokumentation, nicht mit internen Unterlagen Dritter.

Rolle Konzept, Architektur, Entwicklung
Stack TypeScript · RAG · pgvector · Next.js
Status In Umsetzung — 2026

Die Ausgangslage

Firmenwissen liegt selten dort, wo man es sucht. Es steckt in einem PDF von 2019, in einer Prozessbeschreibung im Intranet, in einer Mail und vor allem in den Köpfen der zwei Leute, die schon am längsten dabei sind. Neue Mitarbeiter fragen diese zwei Leute, und die beantworten dieselben Fragen zum vierzigsten Mal. Wenn einer davon kündigt, wird es unangenehm.

Die Volltextsuche im Intranet löst das nicht, weil sie nach Wörtern sucht, nicht nach Bedeutung. Wer „Wie beantrage ich Urlaub?“ fragt, findet nichts, wenn das Dokument „Abwesenheitsregelung“ heißt.

Aufbau

„Weiß ich nicht“ ist eine gültige Antwort. Steht die Antwort nicht in den Unterlagen, sagt der Assistent genau das — statt aus Allgemeinwissen etwas Plausibles zu bauen. Bei internen Abläufen ist eine erfundene Antwort schlimmer als gar keine, weil sie geglaubt wird.

Die interessanten Entscheidungen

Zwei Suchverfahren statt einem

Reine Vektorsuche versagt bei exakten Begriffen: Wer nach einer Artikelnummer oder einem Formularnamen sucht, will genau diesen Treffer. Reine Stichwortsuche versagt bei umschriebenen Fragen. Der Assistent nutzt beide und führt die Ergebnisse zusammen. Das ist der Hebel mit dem größten spürbaren Unterschied.

Alte Dokumente sind gefährlich

Eine überholte Prozessbeschreibung von 2019 liest sich für ein Sprachmodell genauso überzeugend wie die aktuelle. Deshalb bekommt jeder Abschnitt ein Datum, neuere Dokumente werden bevorzugt, und Antworten aus alten Unterlagen tragen einen sichtbaren Hinweis.

Abschnitte statt Textblöcke

Dokumente einfach alle 500 Zeichen zu zerschneiden ist schnell umgesetzt und liefert schlechte Ergebnisse, weil Zusammenhänge mitten im Satz zerreißen. Die Zerlegung entlang der Dokumentstruktur ist aufwendiger und verbessert die Antwortqualität deutlich stärker als jede Änderung am Modell.

Worauf es dabei ankommt

Die Qualität hängt fast vollständig an den Unterlagen, nicht am Modell. Wo die Dokumentation widersprüchlich ist, gibt der Assistent widersprüchliche Antworten — er macht damit nur sichtbar, was vorher schon so war. Oft ist das nützlicher als die Suchfunktion selbst: Man sieht sofort, welche Dokumente überarbeitet gehören.

Grenzen

Übertragbar auf: Einarbeitung neuer Mitarbeiter, First-Level-Support aus der eigenen Doku, Produktwissen im Vertrieb, technische Handbücher im Service. Mehr dazu unter KI-Assistenten.

Hängt bei euch alles an zwei Köpfen?

Erzähl mir, wo euer Wissen liegt und welche Fragen am häufigsten kommen. Ich sage dir, ob sich ein Assistent lohnt.

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